Newsletter | Mai 2021

ABO Wind-Brief

Liebe Freundinnen und Freunde erneuerbarer Energien,

im Jahr 2005 legte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine Studie vor, die Windkraftanlagen eine erhebliche Infraschallbelastung unterstellte. Die Behörde ermittelte angeblich einen Infraschallpegel von mehr als 100 Dezibel. 16 Jahre benötigte die BGR, bis sie im April 2021 ihren Irrtum erkannte. Durch einen „systematischen Fehler“ hatte sie den Infraschall durch Windkraft um das 4.000-Fache überschätzt.

Viele Wissenschaftler hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass die Berechnung nicht stimmen könne. Das irritierte die Behörde jahrelang nicht. Sie beharrte darauf, dass die Mücke ein Elefant sei. Die völlig unerhebliche Infraschallemission durch Windkraftanlagen erschien als Gesundheitsrisiko. Bürgerinitiativen gegen Windkraft griffen die falsche Studie dankbar auf (Bericht tageszeitung).

So hat die fehlerhafte Studie dazu beigetragen, Windparks zu verhindern. Die Betreiber von Kohlekraftwerken können sich bedanken. Selbst Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der sich selbst oft als Bremser der Energiewende profiliert, sah sich zu einer Entschuldigung veranlasst. „Es tut mir sehr leid, dass falsche Zahlen über einen langen Zeitraum im Raum standen“, sagte er zur Panne der ihm unterstellten Behörde. Er halte den Vorgang für problematisch und wolle ihn aufklären. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der Mitgründer und Vorsitzende des Vereins „Vernunftkraft“, der Windkraftanlagen für „ökologischen Irrsinn“ hält, im Wirtschaftsministerium arbeitet (Bericht Spiegel).

Zugleich stimmt das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts hoffnungsfroh: Das Klimaschutzgesetz verletze die Freiheitsrechte künftiger Generationen. Ein Paukenschlag. Das Gericht hat damit auf die Verfassungsbeschwerde von Umweltorganisationen wie Greenpeace und Fridays for Future reagiert. Die Bundesregierung muss nun beim Klimaschutz nachbessern und hat schon eine Gesetzesnovelle noch in dieser Legislaturperiode angekündigt. Mit höheren, ambitionierteren Ausbauzielen und einem klaren Pfad auch für die Zeit nach 2030 stehen die Chancen gut, dass der lahmende Ausbau von Wind- und Solarenergie in Deutschland Fahrt aufnimmt.

Egal, wie die Bundestagswahl im September ausgeht: Die neue Bundesregierung wird sich vor der Klimakrise nicht mehr wegducken können.

Herzliche Grüße
Alexander Koffka 

Vortrag und Diskussion

Weltklimavertrag – Quo vadis Deutschland?

Auf Einladung der GLS-Bank, die derzeit exklusiv eine Unternehmensanleihe von ABO Wind vertreibt (PM vom 29.1.2021), referierte Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin, über Klimaschutz und Energiewende. Im Anschluss erörterte er die Themen mit Dr. Laura Mervelskemper von der GLS-Bank und Alexander Koffka von ABO Wind. Vortrag und Diskussion sind auf der Internetseite der Bank abrufbar (zur Aufzeichnung).

Energiepark Gielert

Windkraft und Solar – gemeinsam noch stärker

Im rheinland-pfälzischen Gielert errichtet ABO Wind erstmals eine Kombination aus Wind- und Solarpark (PM vom 12.1.2021) Der Energiepark zeigt, wie gut Windkraft und Solarenergie kombinierbar sind: Die Infrastruktur des Windparks kann für die Einspeisung des Solarstroms mitgenutzt werden. Die Solaranlage ermöglicht zudem die sinnvolle Nutzung einer alten Deponiefläche, die sich nicht für Landwirtschaft oder Aufforstung eignet.

Der Energiepark wird jährlich rund 28 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. So viel verbrauchen rund 17.000 Personen in ihren Häusern und Wohnungen. Er vermeidet den Ausstoß von 19.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Aufbau der Windkraftanlage

Umsätze in elf Ländern erwirtschaftet

Zum fünften Mal in Folge hat ABO Wind 2020 einen Jahresüberschuss von mehr als zehn Millionen Euro erwirtschaftet. Die Basis des unternehmerischen Erfolgs war so groß wie nie zuvor – in elf Ländern wurden Umsätze erwirtschaftet (PM vom 15.3.2021). Von dem guten Jahresergebnis profitieren auch unsere Aktionäre, die sich über eine auf 0,45 Euro angehobene Dividende freuen konnten. Die Vorstandsrede zur Hauptversammlung, die wegen der Corona-Pandemie in digitaler Form stattfand, steht auf der Internetseite zur Verfügung (Vorstandsbericht zur Hauptversammlung am 23.4.2021).

Windparkplanung in Hainstadt-Buchen

Zäher Kampf um Windkraft-Genehmigungen

Wie mühsam und langwierig der Weg zu Windkraftgenehmigungen in Deutschland derzeit ist, zeigt ein Beispiel aus Baden-Württemberg. Obwohl mit Winfried Kretschmann seit mittlerweile zehn Jahren ein Grüner das Land regiert, kommt der Ausbau erneuerbarer Energien nicht voran. Fünf Jahre nach Einreichung eines Antrags auf Bau und Betrieb des Windparks Hainstadt-Buchen im südlichen Odenwald hat ABO Wind nach dem Klageweg durch mehrere Instanzen nun endlich eine Genehmigung erhalten (PM vom 26.3.2021).

Artikel aus der Presse

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Alexander Koffka

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